Sprachbildung mit der Schule Sander Straße


  • Lasst mich auch den Löwen spielen!

    So heißt die Kooperation zwischen Schule Sander Straße und dem KIKU. Hier engagieren sich beide Partner für eine facettenreiche Sprachbildung und damit ein innovatives Bildungsprojekt. Die Schülerinnen und Schüler, häufig aus Familien mit nicht-deutscher Muttersprache, lernen von der Vorschule an systematisch Deutsch. Und das mit Kunst und Kultur.

Enge Kooperation zwischen Schule und Kultur

Sprachförderung und Kultur: Lernen mit allen Sinnen

Seit Gründung des KIKUs ist die Schule Sander Straße ein enger Kooperationspartner. Schule und KIKU eint das Interesse, den Kindern besondere Bildungserlebnisse zu vermitteln. Und die von Anbeginn angebotene Sprachförderung in kulturellen, kreativen und künstlerischen Medien stieß bei der Schule auf große Zustimmung. Das liegt natürlich auch an dem Einzugsgebiet der Schule: Am Rande des Stadtteils Lohbrügge gelegen, kommen die meisten Kinder aus Gebieten des sozialen Wohnungsbaus. In der Schule treffen nicht nur sehr viele Sprachen (u.a. Deutsch, Farsi, Iranisch, Russisch, Polnisch, Türkisch, Arabisch, afrikanische Sprachen) zusammen, sondern auch unterschiedliche Vorstellungen, was den Wert der Bildung, die „richtige“ Art des Lehrens und Lernens und die Lebensgestaltung allgemein betrifft. Für die Schule stellt sich daher ein komplexes Integrationsproblem, bei dem die Sprachbildung nur eine Teil des Arbeitsfeldes darstellt. Die KIKU-Angebote, die grundsätzlich ganzheitlich angelegt sind, decken dieses Feld in hohem Maße ab. Deshalb war von Anbeginn das gegenseitige Interesse groß.

In der Vorschule arbeitet das KIKU sprachförderlich mit Polimilao, einer Theatersprachförderung mit Bildergeschichten. Die ersten und die vierten Klassen sind mindestens einmal im Schuljahr für eine Woche im KIKU, um sich dort Theaterstücke, Rap-Aufführungen, Tanztheater etc. zu erarbeiten. In den zweiten Klassen wird in Kleingruppen Sprachförderung mit Kunst und Kultur betrieben, und viele Kinder der Schule Sander Straße nehmen Ganztagsangebote (Schülermagazin, Programmieren) im KIKU oder den KIKU-Leseclub wahr.

Dieses regelmäßige Programm wird mit Sonderveranstaltungen wie "Philosophieren mit Kindern" und teils gemeinsam veranstalteten Ferienprojekten ergänzt.

Kooperation in der Praxis

Es gibt eine Steuerungsgruppe, bestehend aus der Schulleitung, der Sprachlernberaterin, Vertretern des Ganztagspartners (Sportverein) und des KIKUs. Zwei- bis dreimal im Jahr trifft man sich, um alle anstehenden Fragen zu klären. Außerdem gibt es viele Gespräche, die sich bei der laufenden Arbeit ergeben.

Am Ende eines Schuljahres wird nicht nur zurückgeblickt, sondern schon die Planung fürs nächste Schuljahr angegangen.

Einbezogen in die Kooperation sind auch Elternvertreter*innen. Ehrenamtliche Mitarbeit ist im KIKU und in der Schule eine willkommene Ergänzung und Unterstützung. 

Die Kinder sind die Hauptpersonen

Schule und KIKU sind sich einig darüber, dass die Kinder die Hauptpersonen sind. Unterfüttert ist das KIKU-Programm mit der Fortbildung "Zertifizierte Sprachförderkraft mit künstlerischen Mitteln", die die Qualifizierung des schulischen Personals erlaubt. Auf besondere Situationen reagieren wir mit besonderen Maßnahmen. Als beispielsweise im Schuljahr 2015/16 eine große Zahl von syrisch-stämmigen Kindern mit sehr geringen Sprachkenntnissen eingeschult wurde, erhielt diese Gruppe ein Jahr lang eine besondere Förderung, bei der Deutschunterricht mit Handpuppenspiel verbunden wurde.

Kreatives Programmieren

Neue Welten entdecken

Bis zu 15.000 Mikrocomputer des Typs Calliope will die Schulbehörde Hamburg finanzieren, damit Grundschüler*innen das Programmieren lernen können. In der Kooperation zwischen Schule Sander Straße, dem Ganztagspartner TSG und dem KIKU ist das Zukunftsvorhaben aber bereits jetzt schon Wirklichkeit geworden: Elternratsmitglied und Software-Entwicklerin Tina Zemlin leitet die kleine Gruppe an, die jeden Donnerstag neue kreative Programmieraufgaben bewältigt. Das KIKU stellt dazu nicht nur die Räume, sondern auch die Computer zur Verfügung. Ergebnis: Selbstgemachte kleine Anwendungen von der Alarmanlage bis zur Wetterstation!

Die Sache mit dem Löwen

Schlag' nach bei Shakespeare!*

Im Sommernachtstraum gibt es eine wackere Handwerkerschar, die ein Theaterstück einüben möchte. Der Weber Nick Bottom, in Wielands Übersetzung heißt er Zettel, möchte am liebsten alle Rollen selbst spielen, inklusive die des Löwen. –  Ungebremste Spielfreude kann eine ungebremste Bildungslaufbahn nach sich ziehen. Und starke Spielfreude erleben wir bei "unseren" Kindern häufig!