Angekommen! Angenommen!


Ein Hauptschwerpunkt des KIKUs liegt darin, Kindern mit einem Förderbedarf im Bereich DaZ (Deutsch als Zweitsprache) einen besseren Zugang zur deutschen Sprache durch Kunst zu vermitteln. Ziel und Zweck des KIKUs machen es besonders leicht, einen Zugang zur Arbeit mit Geflüchteten zu finden.

 

Angebote in Flüchtlingsunterkünften:

Kooperation mit der Schule Mendelstraße in der ZEA Osterade

Seit Februar 2016 ist das KIKU Partner der Grundschule Mendelstraße im Beschulungsauftrag aller Grundschulkinder in der ZEA Osterrade. Das KIKU hat 16 Schulstunden in der Woche übernommen und arbeitet dort im Medium von Kunst und Bewegung sprachförderlich mit den Kindern. Trotz der schwierigen Umstände (hohe Fluktuation durch Abschiebung, Umverteilung, Umzug  etc.), unter denen die Kinder dort leben und wir dort arbeiten werden, sind wir von dieser Aufgabe überzeugt und freuen uns, eine neue Form von Schule gründen und gestalten zu dürfen und die Kinder, die neu nach Deutschland gekommen sind, von Anfang an dabei unterstützen zu können, Orientierung zu finden.

 

Kooperation mit der Schule Sander Straße in der Folgeunterkunft Curslack

Eine Puppenspielerin, unterstützt durch eine syrischstämmige Lehrerin, hat im Sommer begonnen, in der Folgeunterkunft Curslacker Neuer Deich Kinder (mit ihren Eltern) auf die kommende Schulzeit nach den Sommerferien vorzubereiten. Am Ende gab es eine Aufführung im KIKU. Seitdem findet die Fortsetzung in derselben Besetzung mit den Vorschulkindern direkt in der Schule als wöchentliches Angebot statt.

Neben den Angeboten direkt für geflüchtete Kinder gibt es eine Reihe von integrativen Angeboten:

 

Sprachförderung in Kitas und Schulen:

1.      Sprachförderung in Kooperation mit Kitas

Es gibt Kooperationen mit diversen Kitas in Lohbrügge – insbesondere mit der Kita Wackelzahn und der Kita Regenbogen (DRK). Beide Kitas kooperieren mit Unterkünften für Geflüchtete. Flüchtlingskinder, die bereits in den Regelalltag der Kitas aufgenommen worden sind, nehmen teil am regemäßigen Leseclub-Angebot Donnerstag und Freitag-Vormittag. Dort wird jeweils ein animiertes Bilderbuch über die Onilo-Plattform des Oetinger-Verlages  gezeigt und anschließend wird das Gesehene und Gehörte mit den Kindern in kleinen Sequenzen szenisch verarbeitet. Daneben gibt es regelmäßige Projektwochen mit Kindern aus dem Vorschul- und Elementarbereich.

Additive Sprachförderung in Kooperation mit Grundschulen

Das KIKU arbeitet aktuell mit 9 Kooperationsschulen im Bereich der additiven Sprachförderung.  Kinder mit diagnostiziertem  Sprachförderbedarf werden in Gruppen von jeweils ca. 8 Kindern im Medium verschiedener Kunstsparten von zertifizierten KIKU-Sprachförderkräften in ihren sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten unterstützt. Die Sprachbildung verbindet sich mit Elementen auf der Basis von Theater, Tanz, Musik, Kunst, Radio, Hörspiel u.a. Ca. 400 Kinder durchlaufen jährlich die regelmäßig wöchentlich stattfindenden  Kurse, die zumeist auf ein Jahr Dauer angelegt sind. Viele Flüchtlingskinder, die bereits in den Regelalltag der Schulen aufgenommen sind, werden automatisch Teil dieser Gruppen. Über 90% der Kinder in unserer additiven Sprachförderung lernen Deutsch als Zweitsprache.

3.       HOT „Handlungsorientierter Therapieansatz” nach Marianne Reddemann-Tschaikner

Dieses Projekt zur Einführung von handlungsorientierten Verfahren in der Sprachförderung wurde von der Gabriele-Fink-Stiftung initiiert und wird von der Stiftung maßgeblich unterstützt. In sequenzierter Arbeit an Denk- und Arbeitstisch werden konkrete Handlungen mit konkretem Ergebnis geplant (Bastelarbeit, Kochen etc.) , umgesetzt und mit Wort und Bild versprachlicht. Das  Verfahren wurde für den DaZ-Bereich neu konzipiert und wird auch mit Erwachsenen in der Flüchtlingsunterkunft am Mattkamp erfolgreich vom Verein KulturKaviar eingesetzt. .

 

Kooperation mit dem Verein für Völkerverständigung im Freizeitangebot

1.     Leseförderung für Flüchtlingskinder im Freizeitbereich

Im KIKU Leseclub nähern sich Kinder dem Medium Buch und der Literatur an. Betreut durch ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen sie ins KIKU, um zu lesen, zu singen und zu basteln. Dafür nehmen die Kinder teilweise einen langen Tag in Kauf: Nach Schule, Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Ganztagsprogramm startet der Leseclub am Dienstag und Mittwoch regelmäßig um 16 Uhr mit festem Programm und endet um 18.00 Uhr.

 

KIKU-Leseclub: Beliebt bei Kindern zwischen vier und zwölf Jahren! Ca. 70 Kinder kommen regelmäßig pro Woche in den Leseclub.

Ein Drittel der Plätze im offenen Bereich werden ab jetzt durch Flüchtlingskinder belegt. Die Kooperation mit dem Verein, der mit zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Flüchtlingsunterkünften tätig ist, stellt die organisatorische Basis für dieses Vorhaben sicher.

2.     Kulturelle Bildung im Freizeitbereich

Auch mit dem Bergedorfer Kinderchor ist es zu einer Kooperation mit dem Verein für Völkerverständigung gekommen. LOLA und KIKU halten Kontingente frei für Flüchtlingskinder, die umsonst an dem Angebot teilhaben können. Die entsprechende Kommunikation in den Unterkünften und den Transport übernimmt auch hier der Verein für Völkerverständigung.

Bislang konnte die KIKU-KAOS-KOMBO, entstanden aus der BeatObsession in Kooperation mit der Elbphilharmonie, in nur unregelmäßigen Abständen proben, denn es fehlte an Geld für den Anleiter. Mit dem Erlös einer Tombola durch die wirtschaftliche Vereinigung in Bergedorf soll das anders werden. In Kooperation mit dem  Verein für Völkerverständigung wird aus der "KAOS-KOMBO" ein internationales Projekt, in dem auch interessierte Jugendliche aus Flüchtlingsunterkünften eingeladen sind, mitzumachen.