Kamishibai-Projekt: Kreativität, Handwerk und ganz viel Kopfkino
Als wir die Leseclub-Kinder fragten, ob sie erneut am Kamilala-Wettbewerb teilnehmen möchten, kam die Antwort prompt – begleitet von lautem Jubel: „Jaaaa!“
Damit war klar: Wir sind wieder dabei – und schon mitten im kreativen Prozess.
Auftakt
Bereits Ende Oktober starteten wir mit inspirierenden Workshops unter der Leitung der Illustratorin Miriam Elze. An drei intensiven Tagen nahm sie die Kinder mit auf eine kreative Entdeckungsreise und stellte ihnen drei unterschiedliche künstlerische Techniken vor.
Los ging es mit Collagen aus Zeitschriften, gefolgt von selbstgemachten Moosgummi-Stempeln. Zum Abschluss experimentierten die Kinder mit Walzen, Farben und verschiedenen Untergründen. Mit großer Konzentration, Ausdauer und spürbarer Begeisterung entstanden dabei beeindruckend vielfältige und vielversprechende Ergebnisse.
Die Entstehung der Geschichte
Auf Grundlage dieser ersten künstlerischen Impulse widmeten wir uns in einem weiteren Wochenend-Workshop dem diesjährigen Wettbewerbsmotto:
„Wenn ich meine Augen schließe …“
Der Einstieg fiel zunächst schwer. Die Kinder schlossen die Augen – es wurde dunkel, still, ruhig. Doch dann übernahm die Fantasie: Vor den inneren Augen tauchten plötzlich weiße Würmer auf, Sterne funkelten, der Boden brach in tausend Teile. Von Inspiration zu Inspiration sammelten die Kinder Figuren, Orte, Gegenstände und jede Menge kreatives Zubehör.
Anschließend hieß es: sortieren, verwerfen, neu denken. Der Plot nahm langsam Form an. Es wurde erzählt, philosophiert, diskutiert, erfunden und wieder gestrichen. Szenen wurden verschoben, Handlungsstränge neu gedacht. Die Geschichte wächst – auch wenn sie noch nicht ganz fertig ist. An manchen Stellen fehlt noch der zündende Einfall, und über das Ende sind sich die Kinder noch nicht einig. Aber genau das gehört zum kreativen Prozess dazu.
Da reines Erzählen und Diskutieren auf Dauer zu langweilig und anstrengend wären, ging es dann wieder zurück an die Walzen – denn für diese Technik haben sich die Kinder entschieden. Erste Ideen wurden in Druckbilder umgesetzt, es entstanden Hintergründe, Landschaften und vielleicht sogar schon das erste Bild für unser Kamishibai.
Mit farbverschmierten Fingern und ganz viel Kopfkino freuen wir uns auf die kommenden kreativen Wochenenden – und darauf, die Geschichte Schritt für Schritt weiter wachsen zu sehen.
Endspurt
Viele kreative Nachmittage und einige Wochenendworkshops später war es endlich so weit: Texte und Bilder für unsere Geschichte waren fertig!
Gemeinsam mit den Kindern haben wir anschließend die einzelnen Sätze eingesprochen, ein Video der Bilderkarten im Butai gedreht und zum Schluss das Ganze zusammengeschnitten. Auch die großen Illustrationen wurden im Copyshop digitalisiert, sodass unser Projekt pünktlich an den französischen Verein Dulala, den Organisator des Wettbewerbs, versendet werden konnte.
Die Abschlussfeier
Ein so besonderes Projekt verdient natürlich einen gebührenden Abschluss: Bei einer gemeinsamen Feier haben wir die Arbeit und das Engagement der Kinder und des Teams gewürdigt.
Auch die Familien waren eingeladen und erlebten mit Stolz, was die kleinen Künstler*innen geschaffen haben. Einige Kinder präsentierten die Geschichte live auf der Bühne des Theatersaals. Ergänzt wurde das Programm durch eine Fotopräsentation über den Entstehungsprozess sowie durch die Vorführung des eingereichten Videos. Dazu gab es ein buntes Buffet und viele nette Gespräche.
Wir warten gespannt auf die Entscheidung der Jury, aber für uns haben die Kinder jetzt schon gewonnen.
Wir haben gewonnen!
Als wir die Mail der Jury erhalten haben, konnten wir unseren Augen kaum trauen: Die Leseclub-Kinder wurden erneut ausgezeichnet – und das bereits zum dritten Mal hintereinander!
„Der Flummi auf der Suche nach Beethoven“ wurde in der Altersgruppe der 7- bis 10-Jährigen als beste Erzählung auf Deutsch prämiert. Wir sind unglaublich stolz auf die jungen Autor*innen, die mit viel Fantasie, Kreativität und Begeisterung an diesem besonderen Projekt gearbeitet haben.
Gemeinsam mit den Kindern, ihren Familien und vielen KIKU-Freund*innen möchten wir diesen wunderbaren Erfolg am 27. Mai um 16:30 im KIKU feiern.
Wer mitfeiern möchte, kann sich bei parenti@kiku-hh.de anmelden.
Die offizielle Preisverleihung findet am 1. Juli um 15:30 im Institut Français Hamburg statt.
Auch hierzu sind Sie herzlich eingeladen! Die Anmeldung bitte an koerner@kiku-hh.de.
Ein ganz besonderes Dankeschön geht an die Illustratorin Miriam Elze, die uns diese schöne Illustrationstechnik nähergebracht hat.
Video "Der Flummi auf der Suche nach Beethoven"
Hier ist das offizielle mehrsprachige Video der ausgezeichneten Kamishibai-Geschichte „Der Flummi auf der Suche nach Beethoven“.
Im Schuljahr 2025/26 bietet das Institut français Deutschland in Zusammenarbeit mit dem französischen Verein Dulala wieder ein Kamishibai Geschichten-Wettbewerb an. Ein Angebot für alle, die sich für mehrsprachige und/oder interkulturelle Projekte interessieren. Der KIKU Leseclub beteiligt sich das dritte Jahr in Folge und erarbeitet mit der Illustratorin Miriam Elze verschiedene Kreativtechniken.
Auch in diesem Jahr engagieren sich die Kinder des KIKU Leseclubs und entdecken zusammen mit der Illustratorin Miriam Elze neue Wege des kreativen Gestaltens.

































